Winner

Die Gewinner_innen des Smart City Awards

Christine G.
Wien
Smart City Award 2019 Trinkstationen
Cool Dogs

Die hohen Temperaturen in der Stadt machen uns Menschen im Sommer zu schaffen, setzen aber auch Hunden ordentlich zu. Anders als wir kühlen sich die Vierbeiner nicht durch Schwitzen ab, sondern mit Trinken und Hecheln. Deshalb sollten HundebesitzerInnen den Tieren an heißen Tagen auch immer ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung stellen, was beim Gassigehen allerdings oft schwierig ist, da es an vielen Orten keine öffentlich zugänglichen Trink- und Wasserstationen für Fellnasen gibt. Christine G. will diese unbefriedigende Situation mit ihrem Projekt in ihrem Grätzel in Wien Hernals verbessern und aktiv die Zahl der Trinkstationen erhöhen. Dazu hat sie selbst eine Schüssel mit frischem Wasser für Hunde an den Rand ihres Grundstücks gestellt und in Gesprächen auch NachbarInnen von ihrer Idee überzeugt. Positiver Nebeneffekt der neuen Trinkstellen: Sie entwickeln sich nicht nur zu Anlaufstellen für Vierbeiner, sondern auch zu beliebten Treffpunkten für ihre BesitzerInnen, die dort leicht miteinander ins Gespräch kommen. Das erhöht die Kommunikation zwischen den NachbarInnen und verbessert den Zusammenhalt im Grätzel.


Maria P.
Schönau an der Triesting
Für Green Up Cool Down
Green Up to Cool Down
Green Up to Cool Down

Das Kreta-Viertel im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten ist aufgrund seiner Lage, seiner Bebauung und seiner vielen versiegelten Beton- und Asphaltflächen besonders von sommerlicher Überhitzung betroffen. Um den BewohnerInnen und PassantInnen an heißen Sommertagen ein wenig Abkühlung zu ermöglichen und einen kühlen Zufluchtsort zu bieten, hat Maria P. in ihrem Projekt „Green Up to Cool Down“ zusammen mit FreundInnen ein Parklet mit Sitzgelegenheiten und Wasserspiel geplant und vor Ort praktisch umgesetzt. AnrainerInnen konnten über die Gestaltung des modularen Stadtmöbels entscheiden und im Vorfeld aus mehreren Entwürfen ihren Favoriten auswählen. Damit das Parklet im Herbst mit möglichst wenigen Handgriffen abgebaut, im Winter eingelagert und im nächsten Jahr wiederverwendet werden kann, wurde die Konstruktion in Modulbauweise ausgeführt. Maria hofft, mit ihrem Parklet auch andere Personen für ähnliche Umsetzungen begeistern und noch mehr kühlendes Grün in die Stadt bringen zu können.


Gabriel P.
Breitenfurt bei Wien
Für Diplomarbeitsteam Smart Street
Smart Street-Nachhaltige Umgestaltung des Kaiser Franz Josef Ringes in Baden
Smart Street

Gabriel P. hat sich im Rahmen seiner Diplomarbeit intensiv mit dem Kaiser Franz Joseph-Ring und dem Josefsplatz in Baden auseinandergesetzt. Dabei sind ihm einige Missstände aufgefallen, vor allem die Gewichtung pro Pkw stieß ihm sauer auf. „Es herrscht derzeit keine Chancengleichheit zwischen Pkw, Fahrradfahrern und Fußgängern“, sagt er. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Versiegelung der Straße, die Abführung des Regenwassers in Kanäle und die Oberflächen der umstehenden Gebäude erzeugen einen Urban Heat Island-Effekt mit unangenehm hohen Temperaturen während der Sommermonate. Um dieser Situation entgegenzuwirken und eine neue Verkehrsverteilung zu erreichen, plante Gabriel in seinem Projekt „Smart Street“ gemeinsam mit einem Freund den Straßenquerschnitt mit verbreiterten Gehsteigen, einer einspurigen Einbahn und einem abgegrenzten Fahrradstreifen neu. Zudem entwickelten sie ein Begrünungskonzept für den gesamten Stadtteil sowie Maßnahmen zur Kühlung der Stadt wie beispielsweise ein Wasserspiel für Kinder und Nutzungsmöglichkeiten für den Mühlbach. Die ausgearbeiteten Pläne und 3D-Modelle präsentierten sie anschließend VertreterInnen der Stadtgemeinde.


Petra M.
Großmugl
Sprühnebel für alle
Sprühnebel für alle

Paris macht es, Barcelona macht es, Wien macht es und selbst Linz macht es: An besonders heißen Tagen kühlen diese Städte mit Sprühnebel-Anlagen öffentliche Plätze in ihren Zentren und sorgen so zumindest für ein bisschen Abkühlung. Ob das Prinzip auch im Heimbereich anwendbar ist, wenn die Temperaturen im Garten, auf Balkon oder Terrasse über die 30-Grad-Grenze steigt? Warum nicht, dachte sich Petra M. aus Großmugel in Niederösterreich und hat die vergleichsweise günstige und ressourcenschonende Sofortmaßnahme zum Abkühlen in die Tat umgesetzt. Im Umsetzungsvideo ihres Projekts „Sprühnebel für alle“ schildert sie die kühlende Wirkung einer Sprühnebeldusche und demonstriert anschaulich, wie sich diese aus einem Schlauch mit Wasseranschluss, Düsen mit Sprühkopf und einem Clip (um die Dusche etwa an einem Sonnenschirm oder an einer Hängeliege zu befestigen) innerhalb weniger Minuten zusammenbauen und installieren lässt. Sets mit den notwendigen Inhalten sind im Handel übrigens für unter 20 Euro zu haben.


Stefan S.
Wien
Neue Widmungskategorie "Ökologie" im Wiener Baurecht
Grüneres Baurecht

Über Bauvorschriften und das Baurecht nehmen Länder und Gemeinden in Österreich Einfluss auf die Gestaltung und die Errichtung von Wohnbauten. Damit regeln sie etwa die Art der Dachdeckung, aber auch die Dachneigung, Fenstergrößen, die Belüftung von Räumen und viele andere Dinge. Geht es nach Stefan S., dann soll im Wiener Baurecht in Zukunft auch das Thema „Ökologie“ stärker verankert werden. Darin soll seiner Ansicht nach die Verwendung recycelbarer Baustoffe und nachhaltiger, umweltfreundlicher Baustoffe mit kühlender Wirkung auf ihre Umgebung wie Holz und Lehm vorgeschrieben und eine nachhaltige Abkühlung in der Stadt erreicht werden. Damit seine Idee praktisch umgesetzt werden kann, hat Stefan seine Überlegungen in einem Brief der zuständigen Wohnbaustadträtin geschildert. Darin bittet er sie außerdem, Bauträger für die Idee zu begeistern, die Implementierung einer entsprechenden Kategorie im Wiener Baurecht umzusetzen und Anreize zu schaffen, um die Verwendung nachhaltiger Baustoffe zu fördern und zu unterstützen.

 


Marie B.
Wien
Freie Bauflächen für "Coolen"-Zweck nutzen!
Stadt auf Zeit

Leerstandaktivierung und Brachflächennutzung lauten die Schlagworte, mit denen Marie B. aus Wien für mehr Coolness in der Stadt sorgen will. Ihre Idee: Ungenutzte Flächen, Gebäude und Grundstücke sollen bis zu ihrem Umbau und einer geplanten Bebauung kreativ zwischengenutzt werden. Auf Zeit könnten dort dann Pop-up-Bars und Geschäfte sowie Ateliers entstehen, Flächen für Urban Gardening, Kräutergärten und viele weitere Begrünungsmaßnahmen, die eine kühlende Wirkung auf ihre unmittelbare Umgebung hätten. Bei Bedarf soll die vorhandene Infrastruktur mit geliehenen und ausrangierten Containern ergänzt beziehungsweise aufgebaut werden. Diese erlauben einen raschen Auf- und Abbau und dadurch auch den Transfer eines Pop-up-Stadtteils auf eine andere freie Fläche. Zur Realisierung ihrer Idee hat Marie freistehende Bauflächen in ihrer Wohnumgebung recherchiert und mit BesitzerInnen und VerwalterInnen über eine mögliche Zwischennutzung gesprochen. Kommt es tatsächlich zu einer Realisierung, dann sollten laut Marie die AnrainerInnen unbedingt in die Gestaltung des Areals eingebunden werden.


Sebastian P.
Wien
Dächer begrünen und begehbar machen
Grüne Stadt über der Stadt

Unsere Städte werden immer enger? Kein Problem, denn hoch oben gibt es noch jede Menge Platz: Auf Dächern kann Energie erzeugt und neuer Wohnraum geschaffen werden. Dort können aber auch Gärten angelegt und Pflanzen zur Kühlung der Stadt gesetzt werden, wie das Sebastian P. aus Wien in seinem Projekt anregt. Dabei ist seiner Ansicht nach Vieles möglich: Von richtigen Erholungsflächen mit Bäumen, Sträuchern, Pflanzen, Wiesen und kleinen Wasserflächen mit Sitzgelegenheiten bis hin zu Blumen und Gemüsepflanzen in Töpfen und Hochbeeten, wie sie auch Sebastian auf seiner Dachterrasse gesetzt hat. Um die Zahl der Dachterrassen zu erhöhen, sollte die Errichtung ebenso wie die Einrichtung eines öffentlichen Zugangs seiner Meinung nach bei Um- und Neubauten verpflichtend sein. Dadurch würden neue Begegnungszonen entstehen, aber auch große kühlende Flächen. Da Pflanzen nie wärmer als die Außentemperatur werden, erhitzen sie ihre Umgebung nicht. Durch Verdunstung erzeugen sie sogar angenehme Kühle und wirken damit urbanen Hitzeinseln entgegen.

 


Nikolaus R.
Wien
Straßen/Fußgängerzonen mit Pflanzen überdachen
Innenhöfe als kühle Stadtoasen

Fußgängerzonen, schmale Gassen und Straßen mit schattenspendenden Pflanzendächern überbauen und dadurch die unmittelbare Umgebung mit natürlichen Mitteln um einige Grad abkühlen. So lautet die Idee von Nikolaus R., der sich von vielen und großflächigen Umsetzungen in Städten eine deutlich bessere Aufenthaltsqualität an heißen Sommertagen erwartet. Was ihn so sicher macht? Seine eigene kleine Grün- und Kühloase mit Hochbeet, kleiner Liegewiese, hochwachsenden Pflanzen und Sträuchern, die er im Zuge seines Projekts zum Smart City Award 2019 gemeinsam mit FreundInnen und NachbarInnen in seinem Innenhof im 4. Wiener Gemeindebezirk ins Leben gerufen hat. „Neben der durch die Pflanzen erzielten Abkühlung wirkt sich die Begrünung auch positiv auf unser Zusammenleben aus“, bestätigt Nikolaus. „Sich im Hof aufzuhalten ist nun deutlich angenehmer als früher. Dadurch wird der Platz vermehrt als Erholungs- und Rückzugsort genutzt, aber auch zum gemütlichen Beisammensein.“

 


Martina W.
Wien
Summer Survival Kit
Summer Survival Kit

Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die den Alltag erträglicher machen. Frei nach diesem Motto hat Martina W. aus Wien Meidling ein Survival Kit geplant, das hitzegeplagten StadtbewohnerInnen dabei helfen soll, auch an heißen Sommertagen einen kühlen Kopf zu bewahren. Das Kit besteht aus einer Baumwolltasche und beinhaltet hilfreiche Kleinigkeiten wie beispielsweise ein Deodorant, einen wiederverwendbaren Wasserspray für schnelle Abkühlung und selbstgemachtes Zitronen-Minze-Wasser in einem wiederverwendbaren Behälter. Ein Bambusfächer sorgt bei Bedarf für frischen Wind, Franzbranntwein wirkt als altbewährtes und natürliches Mittel einer Überhitzung entgegen. Außerdem enthält die Baumwolltasche eine Karte mit sieben kühlenden Tipps, um die heißen Tage und Monate nicht nur zu überleben, sondern auch zu genießen. Nach der Zusammenstellung hat Martina die fertigen Survival Sets an FreundInnen und ArbeitskollegInnen verteilt, die damit bestens für Tage mit besonders heißen Temperaturen gerüstet waren.


Gabriele H.
Wien
Für BRG16, Schumeierplatz 7
Make the school cool again
Make the school cool again

Im Smart Cities-Projekt „GRÜNEzukunftSCHULEN“ (März 2017 bis Februar 2020, weitere Infos: https://www.smartcities.at/stadt-projekte/smart-cities/#gruenezukunftschulen) wurden am BRG 16 Schuhmeierplatz in Wien neue Begrünungsansätze zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in und um das Schulgebäude gesucht und praktisch umgesetzt. Im Smart City Award-Projekt „Make the school cool again“ stellen Lehrerin Gabriele H. und SchülerInnen nun gemeinsam die Kühlfunktion von ausgewählten Maßnahmen vor – einen vertikalen Garten im Innenhof des BRG beispielsweise, aber auch Pflanzen in den Schulklassen. Besonders viel Aufmerksamkeit widmet das Schulteam der Freiluftklasse am Dach des Schulgebäudes, die im Projekt mit einer begrünten Pergola versehen wurde, wodurch die Aufenthaltsqualität – und nicht zuletzt auch die Unterrichtsqualität – an heißen Sommertagen deutlich verbessert werden konnte. Jede 1. bis 5. Klasse bekam zudem ein Gemüsebeet auf der Terrasse, um dort selbst Pflanzen anbauen und Früchte ernten zu können. Der Biologie-Unterricht wird damit für die SchülerInnen praktisch erlebbar.


Fabian H.
Wien
Für Familie Helm
Wassertank-Lastenrad aka "Splash-Bike"
Splash Bike

Morgens umweltschonend die Kids in die Schule oder den Kindergarten bringen. Sie zu Mittag wieder abholen. Nach dem Essen zum Musikunterricht, weiter zum Sport und zum Spielplatz, in den Supermarkt und wieder nach Hause. Manche Mütter und Väter könnten angesichts ihrer vielen Alltagswege gleich ganztags hinter dem Steuer ihres Autos Platz nehmen. Familie H. aus Wien Leopoldstadt setzt stattdessen lieber auf ein umweltfreundliches Transportfahrrad. Allerdings macht ihnen an heißen Sommertagen oft die Hitze einen Strich durch das Vergnügen, das Treten in die Pedale wird dann schnell zur Qual. Um auch bei hohen Temperaturen halbwegs cool ans Ziel zu kommen, hat Familienvater Fabian seine Idee eines „Splash Bikes“, das ausreichend Trinkwasser mitführt und auf Wunsch einen kühlenden Sprühregen erzeugt, praktisch umgesetzt. Dazu hat er auf dem Gepäckträger des Familien-Lastenfahrrads einen 60-Liter-Wassertank montiert und diesen mit Schläuchen und Ventilen in eine mobile Sprinkleranlage verwandelt. Eine elektrische Pumpe sorgt für den benötigten Wasserdruck, eine im Lastenkorb des Fahrrades verbaute Batterie für ausreichend Strom.


Svila T.
Wien
Grüne Vorhänge
Grüner Vorhang

Stell dir vor, du wohnst in einer Stadt, die statt grauer Hausfassaden kühlende grüne Vorhänge an den Häusern zu bieten hat. Wie wäre das? Eine gute Frage, die sich Sylvia T. aus Wien Landstraße in ihrem Projekt gestellt hat. Ihre Überlegung: Über einen vom Boden oder einem Fenster im Erdgeschoß hoch in obere Stockwerke gespannten grobmaschigen Netzstreifen könnten Kletterpflanzen wachsen. Der grüne Vorhang würde wie eine Außenjalousie wirken und nicht nur die Straße kühlen, sondern auch das Haus und die Wohnungen. Im Laufe des Projekts hat Sylvia ihre Idee weiter konkretisiert und zwei im Handel erhältliche Systeme recherchiert, mit denen Blumenkästen in Fensterrahmen eingehängt und fixiert werden können, ohne die Fassade zu beschädigen. Als Netz könnten Jutebahnen fungieren, als Pflanzen eignen sich Duftwicken und Kapuzinerkresse, aber auch Prunkwinden oder die Schwarzäugige Susanne, die allesamt schnell und dicht wachsen. Nur mit der konkreten Umsetzung klappte es (vorerst) nicht, die muss nämlich im Frühjahr erfolgen, damit die Pflanzen gut anwachsen und bis zum Sommer die notwendige Höhe erreichen können.


Julia S.
Wien
Trinkwasserspender bei U-Bahn Stationen
Wasser marsch!

Was für eine Hitze! Die aufgestaute Wärme, klebrige SitznachbarInnen und glitschige Haltestangen lassen das U-Bahn-Fahren an heißen Sommertagen zur schweißtreibenden und geruchsintensiven Herausforderung werden. Was Abkühlung bringen könnte? Weite Kleidung natürlich, ein Platz am (geöffneten!) Fenster und ein Fächer. Julia S. hat eine weitere Idee: „Was kühlt mehr als frisches Wasser?“, fragt sie und gibt sich selbst die Antwort: „Nichts.“ Ihre Idee: Trinkwasserspender bei U-Bahn-Stationen sollen die Fahrgäste bei großer Hitze erfrischen und außerdem – da dort Flaschen wieder befüllt werden können – dabei helfen, Müll zu reduzieren. Julia hat ihren Vorschlag den Wiener Linien zur Umsetzung unterbreitet und dabei auf ein Best Practice-Beispiel in Triest verwiesen, wo auf Informationstafeln auch über die Herkunft des kühlen Nass berichtet und Bewusstseinsbildung für sauberes Trinkwasser betrieben wird. Die Trinkwasserspender in der italienischen Stadt kommen übrigens auch bei TouristInnen gut an.


Christian B.
Linz
Abkühlung durch automatisierte Abdunkelung bei Fenstern
Kühlen auf Knopfdruck!

Wenn es richtig heiß wird, sehnen sich viele von uns nach einer Klimaanlage. Aber die Geräte sind in der Anschaffung teuer, der Betrieb kostet jede Menge Strom und ist alles andere als energieeffizient. Eine praktische und ressourcenschonende Kühl-Alternative sind automatisierte Abschattungselemente wie sie Christian B. aus Linz in seinem Projekt thematisiert. Außenliegende Lamellen und Jalousien sind ein äußerst wirksamer Sonnenschutz, sie reduzieren die Sonneneinstrahlung effektiv und verhindern damit, dass sich Teile der Energie im Raum in Wärme umwandeln können. Um mit gutem Beispiel voranzugehen und die einfache Umsetzbarkeit zu demonstrieren, hat Christian in seiner Wohnung ein entsprechendes Beschattungssystem installiert. Die Jalousien stellen sich – abhängig von der Sonneneinstrahlung ­– automatisch ein und kühlen nicht nur die Wohnung, sondern helfen Christian im Vergleich zu einer Klimaanlage auch beim Energie- und damit Geldsparen. Damit außenliegende Abschattungselemente auch anderswo den Vorzug gegenüber Klimaanlagen bekommen, betreibt Christian in seinem Bekanntenkreis Bewusstseinsbildung für seine Umsetzung und fordert die Berücksichtigung einer entsprechenden Regelung in den Bauvorschriften.


Martina B.
Linz
Regulation der Energiezufuhr von Klimaanlagen durch erneuerbare Energien
Klimaanlagen cooler machen

Klimaanlagen müssen sich energetisch refinanzieren. Diese Zielsetzung hat sich Martina B. in ihrem Projekt „Regulation der Energiezufuhr von Klimaanlagen durch erneuerbare Energie“ gesteckt. „Der zunehmende Einsatz von Klimaanlagen kühlt zwar unsere Wohnungen“, sagt die Linzerin, „aber sie sind alles andere als cool. Sie benötigen sehr viel Energie, und diese kommt viel zu oft aus fossilen Quellen.“ Um hier in Zukunft für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, will Martina den Kauf von Klimaanalgen an die Verwendung erneuerbarer Energie koppeln. Ihr Konzept: Wenn Firmen oder Privatpersonen eine Klimaanlage kaufen möchten, müssen sie den dafür benötigten Strom zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen beziehen. Dies wäre ihrer Ansicht nach entweder über die Inbetriebnahme einer Photovoltaik-Anlage möglich oder durch den Wechsel zu einem Energieanbieter, der voll auf erneuerbare Energie setzt. Aktuell promotet Martina ihr Konzept im Bekanntenkreis, vom Gesetzgeber (Bund und Länder) fordert sie die Einführung entsprechender Regularien und Rahmenbedingungen.


Julia-Magdalena H.
Wien
Alternativen zu Asphalt
Coole Farbe

Mit weißen Fahrbahnen gegen den Klimawandel! Was in Los Angeles und Athen bereits in einigen Straßen getestet wird, könnte laut Julia-Magdalena H. auch in Wien dabei helfen, die Temperaturen an heißen Sommertagen in erträglichem Rahmen zu halten. „Coolseal“ heißt das in Los Angeles und Athen verwendete Beschichtungsmaterial, das ursprünglich im Auftrag der US-Luftwaffe entwickelt wurde, damit Flugfelder weniger Hitze aufnehmen und Flugzeuge auf dem Rollfeld nicht überhitzen. Der Temperaturunterschied zu herkömmlichen Straßen soll bis zu sieben Grad betragen und auch in der unmittelbaren Umgebung noch deutlich spürbar sein. Aus der Sicht von Julia-Magdalena könnten ergänzend zum hellen Straßenbelag auch Beschattungssysteme über Straßen, die Begrünung von Fußgängerzonen sowie Park&Ride-Anlagen die Hitze in der Stadt effektiv reduzieren. Damit ihre Ideen auch praktisch angewendet werden können, hat sie diese an die Wiener Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung weitergeleitet und hofft nun auf baldige Umsetzung.


Leonie R.
Wien
Cooldown im Park
Cool down – geh zu Fuß

„Guten Tag, mein Name ist Paula Polar vom Forschungszentrum für Klima und Schwitzkultur Wien.“ So der originelle Einstieg in das Projektvideo von Julian H. und einer Freundin. Informativ geht es dann weiter: Die in einen weißen Kittel gehüllte „Forscherin“ beschreibt die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf das Klima. „Wussten Sie, dass etwa 120,7 Gramm CO2 pro gefahrenem Autokilometer ausgestoßen werden und dass diese Emissionen dazu beitragen, dass es in Zukunft in Österreich doppelt so viele Hitzetage über 30 Grad geben wird wie heute?“, fragt sie in die Kamera und setzt fort: „Wir vom FKS (kurz für Forschungszentrum für Klima und Schwitzkultur) haben eine simple, aber effektive Lösung für das Problem: Anreize schaffen! Für weniger gefahrene Autokilometer in der Stadt und mehr Stunden zu Fuß und in öffentlichen Verkehrsmitteln.“ Um auf die Thematik aufmerksam zu machen, schritt Paula Polar anschließend zur Tat. Sie belohnte in Wien PassantInnen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, für ihr vorbildliches Verhalten mit einem Fächer, Hitzetipps und einem Eis.


Corin R.
Leonding
Fahrverbote bei großer Hitze
Autofreie Stunden

Der Autoverkehr mit seinem Bedarf an versiegelten Flächen und seiner Luftverschmutzung, die in Hitzeperioden noch belastender ist, trägt maßgeblich zum Problem urbaner Hitzeinseln und zur Verschlechterung der Aufenthaltsqualität in Städten bei. Klimaanlagen können aufgrund ihres unwirtschaftlichen Betriebs aber nicht die geeignete Maßnahme zur Abkühlung sein, findet Corin R., die als Reaktion auf extreme Hitzetage autofreie Stunden in Innenstädten vorschlägt. „Gerade an sehr heißen Tagen würde das bestimmt helfen, die Städte abzukühlen“, sagt sie und hat ihre Idee in einem Brief der Wiener Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung geschildert. Wichtig laut Corin: Damit das Verbot von der Bevölkerung auch angenommen wird und um den Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel zu erleichtern, muss die Politik parallel verstärkt umweltfreundliche Mobilitätslösungen und Anreize schaffen: Vergünstigte Fahrscheine für öffentliche Verkehrsmittel beispielsweise oder die Förderung des Ausbaus des E-Scooter-Netzes.


Lisa R.
Wien
Für Lisa Reichkendler Kreativagentur
As green as Berlin
As green as Berlin

Wien grüner machen, indem versiegelte Verkehrsinseln mit Sträuchern sowie Gräsern bepflanzt und mehr Bäume in der Stadt gesetzt werden. Diese Idee verfolgt die Jungunternehmerin Lisa R. in ihrem Projekt „As green as Berlin“. Die deutsche Hauptstadt setzt – wie Lisa bei einem Wochenendtrip feststellen konnte – mehr auf die kühlende Wirkung von Pflanzen und Bäumen als Wien und könnte damit zum Vorbild für die österreichische Hauptstadt werden. „Die Bepflanzung ist für das Stadtklima längst von entscheidender Bedeutung und wird angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der verstärkt auftretenden urbanen Hitzeinseln immer wichtiger. Die unzähligen Bäume und Sträucher in Berlin spenden nicht nur kühlenden Schatten, sondern sorgen auch für mehr Frische“, sagt sie und schlägt daher eine Begrünungsoffensive für Wien vor. Praktisch umgesetzt hat sie ihre Forderung mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung, in dem sie als ersten Begrünungs-Schritt die zeitnahe Pflanzung von 100 neuen Bäumen im Wiener Stadtgebiet fordert.


Johannes S.
Weitra
Für Ökosoziales Studierendenforum
Die Stadt weiß machen!
Weißer statt heißer

Blau. Weiß. Schön. So kennen wir die griechischen Urlaubsinseln. Was wie extra für das Postkartenidyll gemacht zu sein scheint, hat allerdings einen praktischen Hintergrund: Die in regelmäßigen Abständen neu aufgetragene weiße Farbe der Häuser weist nämlich Wärme ab und verhindert so ein zu starkes Erhitzen der Gebäude und der Umgebung. Was in Santorin, Naxos, Ios und Kos funktioniert, könnte aber auch hierzulande für Abkühlung sorgen – so der Gedanke von Johannes S. aus Weitra, der Initiativen fordert, um mehr helle Flächen in unsere Städte zu bringen. „Es könnten mehr Gebäude weiß gestrichen, Straßen und öffentliche Plätze heller bepflastert werden. Dadurch ginge die absorbierende Wirkung der Oberflächen verloren, die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht, und es wird keine oder zumindest deutlich weniger Wärme gespeichert und später wieder an die Umgebung abgegeben.“ Zur Umsetzung und Veranschaulichung der Wirkung hat Johannes eine kleine Fläche am Donaukanal in Wien mit Kreide weiß gefärbt. „Bei einem großflächigen Einsatz muss dann natürlich wasserfeste Farbe verwendet werden“, so der Niederösterreicher abschließend.


Sascha G.
Wien
Günstige Kühlung für die Mietwohnung
Der DIY-Wasserzerstäuber

Was würden wir an heißen Sommertagen für einen kühlenden Wasserfall in der Wohnung geben! Einen Wasserfall? Richtig gehört, wobei: So richtig praktisch ist das natürlich nicht. Gut, dass Sascha G. aus Wien in seinem Projekt eine praktische Alternative thematisiert. Mit einem Wasserzerstäuber will er das Wasser aus der Leitung in viele kleine Teile zerstäuben, die anschließend rasch verdunsten. Der Verdunstungsprozess entzieht der Luft Energie, und dieser Energieentzug wird als Kälte spürbar. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht! In seinem Umsetzungsvideo erklärt der Maschinenbau-Student, wie er mit günstigen Teilen aus dem Baumarkt (Schweißdüse, Beilagscheibe, O-Ring und Mutter) sowie Zahnseide und Klebeband den Wasserzerstäuber konstruiert, und wie er diesen anstelle des Filters an den Wasserhahn anschließt. Innerhalb weniger Minuten verwandelt er damit sein Bad in eine erholsame Erfrischungskammer. „Die kühle Luft kann bei Bedarf mit einem Ventilator in der Wohnung weiter verteilt werden“, erklärt Sascha. Den Wasserverbrauch beziffert er mit 0,06 Kubikmeter pro Stunde.


Nicole G.
Wien
Pflanzenwände
Wände pflanzen

Dicht mit Pflanzen bewachsene Fassaden haben in der Stadt besonders im Sommer viele Vorteile: Die Pflanzen verbessern die Luftqualität, sie filtern Staub, Schadstoffe und Lärm aus der Luft, sie sind ein natürlicher Windfang – und sie haben eine natürliche Kühlfunktion. „Pflanzenwände reflektieren das Sonnenlicht, die Wand und die Räume dahinter erhitzen sich dadurch nicht so stark, und sie verdunsten Wasser und kühlen damit auch die Umgebung“, bestätigt Nicole G. aus Wien, die sich mehr Pflanzenwände in der Stadt wünscht. Um ihre Forderung mit Argumenten zu unterlegen, hat sie zahlreiche Fakten für eine mögliche Umsetzung gesammelt und diese Informationen im Stiegenhaus ihres Wohnhauses auch allen anderen BewohnerInnen zur Verfügung gestellt. In einem weiteren Schritt hat sie mit der Wohnhausbetreuung der Anlage Kontakt aufgenommen und die Realisierung einer Pflanzenwand an ihrem Wohnhaus angeregt. Diese hätte übrigens nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter Vorteile: Pflanzenwände verbessern nämlich die Isolierung eines Gebäudes und reduzieren damit den Heizbedarf.


Franziska G.
Wien
Anleitung für grüne Balkonien
Oasen der Erholung schaffen

Franziska G. hat sich eine ambitionierte Abkühlungs-Agenda gesteckt: Die Wienerin will den hohen Temperaturen in der Stadt mit mehr Grün auf Balkonen begegnen: NachbarInnen sowie BewohnerInnen ihres Grätzels in Wien Döbling sollen motiviert werden, auf ihren Balkonen mehr Pflanzen zu setzen und damit neue coole Erholungsoasen zu schaffen. Dazu hat sie eine Schritt-für-Schritt-Begrünungs-Anleitung mit nützlichen Tipps erstellt, diese gemeinsam mit NachbarInnen überarbeitet und anschließend im Stiegenhaus ihres Wohnhauses aufgehängt. Außerdem hat sie eine gemeinschaftliche Aufgrünung organisiert, bei der ein Balkon einer älteren Bewohnerin einer Gemeindebau-Wohnung in ein blühendes Mini-Naherholungsgebiet verwandelt werden konnte. „Das Grün auf dem Balkon hat übrigens nicht nur eine kühlende Wirkung“, betont Franziska, „sondern verschönert auch das Stadtbild und es bietet Nahrung und Unterschlupf für nützliche Insekten, Bienen und Hummeln.“


Christina K.
Wien
Kühlung von Innen - was sollte man bei Hitze essen und trinken?
Wahre Kühlung kommt von innen

Ein Fußbad mit kaltem Wasser und ein stürmischer Ventilator sorgen an heißen Tagen verlässlich für Abkühlung, sind aber nicht überall verfügbar. Viel einfacher ist es da, den Körper bei Bedarf von innen heraus zu erfrischen – durch entsprechendes Essen und Trinken. Das ist jedenfalls die Überlegung, die dem Projekt von Christina K. aus Wien Leopoldstadt zugrunde liegt. Die Wienerin nutzt die kühlende Wirkung von Pflanzen und Kräutern für Erfrischungsgetränke und kühlende Snacks und hat dafür in ihrem kleinen Garten in alten Töpfen unter anderem Pfefferminze, Melisse, Gurken, Tomaten und Salat angepflanzt. Aus der frischen Pfefferminze hat sie anschließend Tee gemacht, aus Minze und Zitronen Eistee, aus dem Obst und Gemüse sowie gekauften Wassermelonen fertigte sie Snacks für ihre ArbeitskollegInnen und betrieb damit geschmackvoll Bewusstseinsbildung für kühle und zugleich gesunde Ernährung als Ersatz für energiefressende Klimaanlagen.


Heidemarie H.
Wien
Trinkstationen in der Stadt
Wasser findet Stadt

„Besonders während Hitzewellen und an heißen Sommertagen unterschätzen viele Menschen ihren Wasserbedarf und trinken viel zu wenig Wasser. Dabei ist ausreichend Trinken enorm wichtig, um Kreislaufproblemen oder gar einem Hitzestich vorzubeugen“, erklärt Heidemarie H. aus Wien Währing. In ihrem Projekt hat sie daher den Aufbau eines dichten Netzes von Trinkstationen in Wiener Geschäften und Lokalen angeregt, um dort kostenlos Wasserflaschen auffüllen zu können. „Die Stadt hat zwar bereits einige Trinkwasserstationen eingerichtet, aber das sind noch viel zu wenige“, ist sie überzeugt. Um für ihre Idee zu werben, hat sie mehrere Geschäfte in ihrer Wohnumgebung angeschrieben und persönlich besucht und dabei auch eine positive Rückmeldung erhalten. Ein von ihr gestaltetes Werbeplakat in den Schaufenster der beteiligten Lokale macht PassantInnen auf die Trinkstation aufmerksam. „Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren ein dichtes Netz an Trinkstationen entsteht“, sagt sie abschließend. „Dann muss niemand mehr durstig durch die Stadt spazieren.“


Wolfgang H.
Wien
Heißes Brett
Heißes Brett

Fenster schließen und Vorhänge vorziehen, die Vorhänge befeuchten, besser lauwarmes als eiskaltes Wasser trinken und nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten, da sie auch im Stand-by-Betrieb Wärme produzieren. Es gibt viele Tipps und Tricks, um auch an besonders heißen Sommertagen nicht allzu sehr ins Schwitzen zu kommen. Allerdings: Übersichtliche Sammlungen dieser Tipps sind meist nur online verfügbar und damit für ältere Menschen schwer zugänglich. Wolfgang H. aus dem 18. Wiener Gemeindebezirk hat sich daher überlegt, wie er diese Empfehlungen in die analoge Welt holen und möglichst vielen Menschen zugänglich machen kann. Seine Idee: Ein „heißes Brett“ – eine Art Forum für Hitzegeplagte mit ausschließlich nachhaltigen Kühl-Empfehlungen. Wolfang hat dazu seine eigenen Rechercheergebnisse mit Hinweisen von NachbarInnen ergänzt und übersichtlich auf einer Schautafel gesammelt. Dieses „heiße Brett“ hat er anschließend in der Nachbarschaft ausgehängt und dafür auch sehr positives Feedback bekommen. Die befeuchteten Vorhänge und die deaktivierten Elektrogeräten dürften ihre kühlende Wirkung also nicht verfehlt haben.


Theresa und Markus K.
Wien
Natur trifft Architektur
Natur trifft Architektur

Fassadenbegrünung ist das Thema des Projekts von Theresa K. und Markus G. aus Wien Favoriten. Die beiden haben bei ihrem Haus schon vor einiger Zeit eine bodengebundene Begrünung gepflanzt. Ranken, die in der Erde und in großen Töpfen wurzeln, wachsen dort aus eigener Kraft und mithilfe von Spalieren an der Hausfront empor und spenden damit nicht nur Schatten, sondern auch Sauerstoff. Das Grün an der Hausfront kühlt zudem durch Verdunstung die unmittelbare Umgebung, bindet Feinstaub, dämpft den Schall und dient nicht zuletzt als Lebensraum für allerlei Kleinstgetier und Nützlinge. Von den Vorteilen überzeugt, wollen Theresa und Markus ihre Fassadenbegrünung im kommenden Sommer um ein weiteres Spalier erweitern, um ergänzend zur Hausmauer auch die Terrasse beschatten zu können. In ihrem Umsetzungsvideo geben die beiden eine detaillierte Erklärung über Aufbau und Vorteile der bodengebundenen Begrünung mit Kletterpflanzen und der fassadengebundenen Begrünung mit Sukkulenten.


Valentinn F.
Pressbaum
Für IdeenGemeinschaft VaLu
Make the Balcony cool again!
Make it cool

Was für eine Hitze! Der Balkon der erst vor kurzem von Valentin F. bezogenen Wohnung in einem in Holzleichtbauweise errichteten Haus in Pressbaum in Niederösterreich verfügte ursprünglich über kein Verschattungssystem. Folge davon: Valentin und seine Familie mieden an besonders warmen Tagen den Platz im Freien, denn in den Räumen dahinter wurde es brütend heiß. Um den Balkon auch im Sommer nutzen zu können und die Aufenthaltsqualität in den Wohnräumen zu verbessern, hat Valentin in seinem Projekt ein ausklappbares Verschattungssystem aus Wasserrohren und einem Sonnensegel geplant und anschließend im Eigenbau umgesetzt. Dazu hat er die Wasserrohre miteinander verbunden und direkt am Ansatzpunkt des Balkons fixiert, das Sonnensegel wird durch das Eigengewicht des Rahmens aufgespannt. Der Clou: Bei starkem Wind klappt es automatisch zurück, dadurch wird ein Ausreißen der Befestigungspunkte an der Fassade verhindert.


Johanna L.
Pressbaum
Für Verein Gemeinschaft B.R.O.T.-Pressbaum
Sommer - Sonne - Pergola!
Sommer, Sonne, Pergola!

B.R.O.T.-Pressbaum ist ein ökosoziales Gemeinschaftswohnprojekt 20 Kilometer westlich von Wien, das voll und ganz auf den Werten Begegnen, Reden, Offensein und Teilen (kurz B.R.O.T.) aufbaut. Das sozial innovative Projekt in Holzleichtbauweise und mit einem eigenen Biomassefernwärme-Kraftwerk besteht aus zehn Wohngebäuden und einem Gemeinschaftshaus, das nach dem Bezug im Jahr 2018 nicht so genutzt wurde, wie das von den BewohnerInnen ursprünglich geplant war, erklärt Vereinssprecherin Johanna L. „Das Gebäude und der Dorfplatz waren als zentraler Treffpunkt vorgesehen. Leider hat sich aber schon im ersten Jahr gezeigt, dass der Platz im Sommer praktisch nicht genutzt wird, weil es dort einfach zu heiß ist. Also haben wir uns überlegt, wie wir den Ort beschatten und kühlen könnten.“ Die Lösung? Eine Pergola, die anschließend gemeinschaftlich errichtet wurde und mit der die Aufenthaltsqualität vor dem Gebäude, aber auch in den Innenräumen an besonders heißen Tagen deutlich verbessert werden konnte. „Mit der Pergola ist es hier jetzt richtig schön kühl und cool. Da sitzen wir nun gerne mit den Kids und trinken Kaffee, essen Eis und haben es gemütlich“, so eine zufriedene Bewohnerin.


Kristina V.
Sulz im Wienerwald
günstiger Sonnenschutz
Die Hitze draußen lassen

Zugegeben, der Kühltipp von Kristina V. aus Sulz im Wienerwald mutet für einige vielleicht etwas befremdend an, effektiv ist er aber in jedem Fall. Die junge Niederösterreicherin empfiehlt als günstige Alternative zu außenliegenden Jalousien, Markisen, Roll- oder Klappläden handelsübliche Erste Hilfe-Rettungsfolien. Diese lassen sich im Handumdrehen von außen auf Fensterflächen aufkleben und verwandeln die Wohnung damit günstig und überraschend effektiv in einen kühlen Dark Room. Warum das so ist? Weil das silberfarbene Material das Licht nicht durchlässt und in besonders großem Ausmaß reflektiert. In den Räumen ist es dadurch um drei bis vier Grad kühler als ohne diesen Hitzeschutz. Wichtig: Die Rettungsfolie mit der silberfarbenen Seite nach außen kleben, nur so kann sie die Sonneneinstrahlung durch Reflexion abschirmen. Was für die Umsetzung benötigt wird? Nicht mehr als eine Rettungsdecke, eine Schere und etwas Klebeband. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt Kristina in ihrem Umsetzungsvideo.


Timo L.
Wien
Tips für einen kühlen Kopf in der Wohnung
Kühlen Kopf bewahren

Was tun, wenn es in der Wohnung immer heißer und heißer wird und die hohen Temperaturen den Sommer vom Vergnügen zur schweißtreibenden Qual werden lassen? Eine gute Frage, die sich auch Timo L. aus Wien gestellt hat und auf die er gleich mehrere praktische Antworten gefunden hat. Im Rahmen seines Projekts hat er einfach umzusetzende Kühltipps gesammelt, mit denen wir alle den Sommer in den eigenen vier Wänden bestmöglich überstehen können. Seine drei Top-Tipps – Vorschlag 1: Nicht benötigte Elektrogeräte vom Netz nehmen, damit diese nicht unnötig im Stand-by-Betrieb laufen und dabei Strom verbrauchen – aber eben auch Wärme erzeugen. Tipp 2: Tagsüber Vorhänge und Rollläden schließen, um ein zu starkes Erhitzen der Räume zu vermeiden. Tipp 3: Auf fettarme Kost umsteigen und viel Wasser trinken, damit der Körper die hohen Temperaturen besser verkraften und regulieren kann.


Leonie R.
Wien
Cooldown im Park
Cooldown im Park

An heißen Tagen trifft sich Leonie R. aus Wien gerne mit FreundInnen im Park oder auf der Donauinsel, um sich im Schatten der Bäume abzukühlen und gemeinsam Spaß zu haben. Dort ergeben sich spannende Unterhaltungen, die FreundInnen diskutieren, entspannen und essen miteinander. Um dabei nicht auf „Last-minute-Snacks“ aus dem Supermarkt zurückgreifen zu müssen und den damit verbundenen vielen Plastikmüll und die Einwegverpackungen zu vermeiden, plant Leonie das Essen in Zukunft zuhause in wiederverwendbaren Verpackungen vorzubereiten. „Das schmeckt dann nicht nur besser als die gekauften Speisen“, sagt sie, „sondern ist auch ein kleiner Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in der Stadt.“ Was sie nicht sagt: Beim Essen kommen bekanntlich die Leute zusammen, die selbstzubereitenden Snacks könnten also für viele FreundInnen die entscheidende Motivation sein, um an heißen Sommertagen in den kühlen Park zu kommen und der Klimaanlage zuhause eine kleine Pause zu gönnen. In ihrem Umsetzungsvideo gibt Leonie praktische Tipps für die Zubereitung erfrischender Getränke und schmackhafter Snacks.


Tobias W.
Wien
Bäumebrief
Klimaanlage Baum

Forschende der niederländischen Universität Wageningen beziffern die Kühlleistung eines Baumes mit 20 bis 30 Kilowatt. Dies entspricht in etwa zehn Klimaanlagen oder an heißen Sommertagen einem gefühlten Temperaturunterschied von 10 bis 15 Grad zur näheren Umgebung. Was tun, wenn es im unmittelbaren Wohnumfeld aber keine kühlenden Bäume gibt? Die zuständigen Stellen zu Pflanzungen bewegen! Das ist jedenfalls der Ansatz, den Tobias W. aus Linz in seinem Projekt verfolgt. Um die Verwaltung der Wohnhausanlage, in der er lebt, zur Bepflanzung einer brach liegenden Fläche vor dem Gebäude zu bewegen, hat er seine Forderung in einem Schreiben formuliert. Außerdem hat er ein Informationsblatt mit der kühlenden und CO2-bindenden Wirkung von Bäumen sowie Tipps für die Erstellung sogenannter Baumbriefe erarbeitet, mit der auch andere Menschen die zuständigen Stellen in Städten, Kommunen und bei Hausverwaltungen möglichst einfach und unkompliziert zu Baumpflanzungen animieren können.


Severin K.
Wien
Für Lenkerbande
Sprühregen für Radwerkstatt
Kühlender Sprühnebel

Egal ob alt, neu, bunt, grau, groß, klein, schön oder weniger schön: Das Fahrrad erlebt in Österreich und insbesondere in Wien seit Jahren eine Renaissance, und die Zahl derer, die das Rad zu ihrem Hauptverkehrsmittel machen, steigt. Um diesem Trend zur nachhaltigen individuellen Mobilität weiter auf die Sprünge zu helfen und Menschen frei von wirtschaftlichen Zwängen die Reparatur ihres Fahrrades zu ermöglichen, betreibt der Verein Lenkerbande seit Anfang 2019 an drei Standorten in Wien offene Selbsthilfe-Radwerkstätten. Am Standort „Die Absteige“ in der Ybbsstraße im 2. Gemeindebezirk besteht auch die Möglichkeit zur Fahrradreparatur im Freien – allerdings erhitzt die Sonne dort im Sommer den umgebenden Asphalt derart, dass an ein angenehmes Arbeiten nicht mehr zu denken ist. Severin K. hat daher zur Abkühlung eine Do-it-yourself-Wassernebel-Kühlung erdacht, die über dem Reparaturplatz aufgehängt werden kann, und diese in seinem Projekt auch gleich praktisch umgesetzt. Was er dafür benötigte? Nicht mehr als einen Gartenschlauch, ein paar Werkzeuge und etwas handwerkliches Geschick.


Gottfried Franz M.
Wien
Projekt "Kühles Platzerl"
Cool Spots gesucht

Entkomme der Hitze in Wien: Gottfried Franz M. hat sich in seinem Projekt auf die Suche nach kühlen Orten für heiße Sommertage in Wien gemacht. Wo lässt es sich trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad gut aushalten? Wo sorgen schattenspendende Bäume für ein angenehmes Klima? Wo gibt es kühle Räume, die man bei großer Hitze aufsuchen und sich dort erholen könnte? Wo nette Stellen zum Schwimmen und Plantschen? Gottfried hat dazu eine Umfrage gestartet, insgesamt 81 Personen nach ihren Tipps befragt und die Antworten ausgewertet. Das Ergebnis: Ein im Internet frei verfügbares Dokument (https://bit.ly/2ZnV3bR & http://maps.me/get?kmz) mit den gesammelten und auf einer Karte visualisierten „Cool Spots“, die Gottfried anschließend auf zahlreichen Plattformen (unter anderem in einer Facebook-Gruppe mit mehr als 45.000 members) geteilt hat. Und für den Fall, dass gerade keiner der kühlen Plätze erreichbar ist, finden sich im Dokument auch heiße Tipps für mehr Kühle in den eigenen vier Wänden.


Eveline L.
Wien
solares Kochen
Kraft der Sonne

Aus der Energie des Sonnenlichts Wärme erzeugen und damit Lebensmittel garen und zubereiten? Klingt einfach und ist es dank moderner Solarkocher auch. Solares Kochen hat aber auch eine kühlende Wirkung – zumindest auf die eigene Wohnung, wie Eveline L. erklärt. „Wenn man den Herd aufdreht, wird es in der Küche gleich um einige Grad wärmer“, sagt die Wienerin. „Die Hitze verteilt sich anschließend in der Wohnung, was vor allem an ohnehin heißen Sommertagen ein Problem ist.“ Ihr Lösungsvorschlag: Mit einem Solarkocher den Hof ihrer Wohnhausanlage zur Küche machen und dort kochen. „Die Verwendung des Solarkochers hat eine nachhaltig positive Wirkung auf den Energieverbrauch, das gemeinsame Kocherlebnis stärkt das Gemeinschaftsgefühl in der Nachbarschaft, die Hitze bleibt draußen, und in der Wohnung ist es kühler.“ Praktisch umgesetzt hat Eveline die Idee in ihrer Wohnanlage im 15. Wiener Gemeindebezirk. Im Hof hat sie dafür eine bequeme Sitzgelegenheit geschaffen: hier wurde im Sommer bereits einige Male miteinander gekocht. „Um zu testen, ob das Angebot angenommen wird, haben wir über Gas gegrillt“, sagt Eveline. „Im nächsten Sommer planen wir dann die Anschaffung eines Solarkochers.“